Das Steigen und Sinken der Börsenkurse

Externe und interne Einflüsse auf die Börse

Für viele sind Börsenkurse ein Rätsel – und zwar nicht im Sinne von Kreuzworträtsel. Die Zick-Zack-Linien auf den Charts scheinen kaum einer Logik zu folgen. Dabei ist es kein Zufall, ob Kurse steigen oder fallen. Für den Anstieg oder das Sinken gibt es sehr wohl eine Erklärung. Oft sind es sogar mehrere Einflussfaktoren, die gleichzeitig auf die Börsenkurse einwirken – allerdings nicht unbedingt in die gleiche Richtung. Vorteile einer Strategie zur Aktienanlage können darin bestehen, Kursbewegungen rechtzeitig und richtig zu erkennen, um daraus einen Nutzen zu ziehen. Warum und wann steigen Aktien und wann fallen sie? Mehr dazu erfahren Sie in diesem Artikel.

In der Finanztheorie gibt es eine klare Vorstellung, was eine Aktie wert ist. Danach wird der Aktienwert aus den auf heute abgezinsten künftigen Aktienerträgen erklärt. Idealtypisch spielt es keine Rolle, ob diese Erträge aus Dividenden oder aus Kursgewinnen bestehen. Aktienerträge werden letztlich immer nur durch den Erfolg des jeweiligen Unternehmens in der Zukunft bestimmt. Folglich sollte es bei der Aktienanalyse darum gehen, den „wahren Wert“ einer Aktie durch eine fundierte zukunftsgerichtete Unternehmensanalyse und -bewertung zu erkennen. Das ist das Ziel und der Kerngedanke der sogenannten Fundamentalanalyse. Das Auf und Ab der Börsenkurse stellt in dieser Betrachtung nichts anderes dar als eine erratische Schwankung um den wahren oder inneren Wert. Es kann danach bei der Kursbildung an der Börse zwar zu vorübergehenden Abweichungen vom „richtigen“ Wert – sprich zu Über- oder Unterbewertungen – kommen, auf Dauer nähern sich die Kurse aber immer dem inneren Wert an.

Interne Einflüsse auf Börsenkurse

Nun ist nichts so ungewiss wie die Zukunft. Aus diesem Grund sind die Überlegungen der Finanztheorie zum Aktienwert zwar richtig, aber als Erklärung für kurzfristige Kursbewegungen wenig geeignet. Die Börse verarbeitet jeden Tag eine Unzahl an Informationen. Die Marktakteure versuchen dabei stets, sich aus den auf sie einprasselnden Nachrichten ein zutreffendes Bild über den Aktienwert zu machen. Kommen neue Informationen hinzu, werden die aktuellen Bewertungen jeweils angepasst und ggf. korrigiert. Dann steigen oder sinken Kurse. Letztlich geht es immer darum, wahrscheinliche Auswirkungen auf die Zukunft vorherzusehen und bei Bewertungen zu berücksichtigen.

Vor diesem Hintergrund versteht es sich von selbst, dass vor allem Nachrichten, die den Aktienwert bzw. das dahinter stehende Unternehmen unmittelbar betreffen, sich im jeweiligen Aktienkurs niederschlagen. „Good News“ führen zum Anstieg, „Bad News“ bewirken das Gegenteil. Es gibt eine Vielzahl unternehmensbezogener Informationen mit „Kurseffekt“. Zu solchen internen Einflussfaktoren auf die Börsenkurse zählen unter anderem:

  • Veröffentlichung Geschäftszahlen (im Rahmen von Jahresabschlüssen oder Quartalsberichten)
  • Markt- und Branchenreports
  • Gewinnwarnungen
  • Analystenberichte und -kommentare
  • Pressemeldungen über geplante Übernahmen, Verkäufe, Neuentwicklungen und neue Strategien
  • Berichte über unternehmensinterne Auseinandersetzungen, Rechtsverstöße und Skandale

 

Beispiel

Ein gutes Beispiel für die Auswirkungen von Unternehmensnachrichten auf den Aktienkurs bietet die sogenannte Dieselgate-Affäre von Volkswagen. Als im September 2015 die Abgasmanipulationen bei VW öffentlich wurden, sackte der Kurs der VW Aktie innerhalb kürzester Zeit auf weniger als die Hälfte seines ursprünglichen Werts.

Meist schlagen sich solche Meldungen sehr kurzfristig im Kurs nieder. Dabei kommt es häufig zu Über- oder Untertreibungen, denen dann wieder eine Korrekturphase folgt.

Welche Bedeutung haben externe Einflüsse?

Neben diesen unternehmensbezogenen Informationen wirken sich auch Nachrichten, die die gesamtwirtschaftliche Entwicklung oder die Geld- und Finanzpolitik betreffen, auf die Börsenkurse aus. Selbst singuläre politische Ereignisse können einen Kurseffekt haben. Im Unterschied zu unternehmensbezogenen Meldungen sind davon nicht nur einzelne Aktien betroffen, sondern oft der gesamte Markt, weil sich die „Börsenstimmung“ ändert. Die Aktien steigen oder fallen dann auf breiter Front. Hier einige typische Beispiele für solche Einflüsse:

  • Zinsveränderungen: Steigen die Zinsen, sinken die Börsenkurse häufig. Für Unternehmen wird es teurer, Kredite aufzunehmen, dadurch verschlechtern sich ihre Gewinnchancen. Gleichzeitig lohnen sich für Anleger verzinsliche Anlagen stärker.
  • Währungsschwankungen: Ein schwacher Euro begünstigt besonders Aktien exportintensiver Unternehmen, die in Euro rechnen. Deren Exporte verbilligen sich und werden für Käufer im Ausland attraktiver. Daher ist mit höheren Unternehmensgewinnen zu rechnen, die Folge ist ein Anstieg der Kurse.
  • Konjunktur-Meldungen: Die gesamtwirtschaftliche Entwicklung beeinflusst die Gewinnaussichten der Unternehmen und darüber auch die Börsenkurse. Positive Konjunktur-Erwartungen lassen die Kurse steigen, negative Aktien fallen.

 

Hinweis

Neben Konjunktur-Prognosen spielen auch „Stimmungsbarometer“ eine wichtige Rolle bei Börsenkursen. Zum Beispiel Bewegungen bei Einkaufsmanager-Indizes oder beim ifo-Geschäftsklima-Index in Deutschland.

Die Auswirkungen der Marktpsychologie

Nicht zu unterschätzen ist außerdem der Einfluss der Marktpsychologie auf das Börsengeschehen. Kommt es zu einem breiteren Anstieg der Kurse, springen viele Akteure auf den sich abzeichnenden Trend auf und kaufen ebenfalls. Das wirkt dann trendverstärkend nach oben. Ein Trend hält so lange an, bis neue Nachrichten eine Trendwende bewirken. Dann bewegt sich der Trend genau in die umgekehrte Richtung. Auch bei einem sinkenden Trend kommt es zu trendverstärkenden Effekten durch das „Abspringen“ vieler Aktienbesitzer.

Herdenverhalten, Über-Optimismus und Panik-Reaktionen gehören zu den grundlegenden Erfahrungen an der Börse und sind für Trends und Trendbrüche verantwortlich. Trends können längere Zeit bestehen, ehe sie „umschlagen“. Einen länger anhaltenden Aufwärtstrend an der Börse nennt man auch Hausse, einen länger anhaltenden Abwärtstrend Baisse. Kommt es zu einem überraschenden drastischen Kurssturz, wird häufig von Crash gesprochen.

Hinweis

Die Begriffe „Hausse“ und „Baisse“ sind beide französisch. „Hausse“ bedeutet dabei „Anhebung, Anstieg“, „Baisse“ dagegen „Rückgang, Sinken“ – eine treffende Bezeichnung für länger andauernde Kursentwicklungen.

Mit dem Erkennen von Trends und Kursmustern beschäftigt sich besonders die sogenannte charttechnische Analyse. Ihre Grundlagen bilden beobachtete Kursverläufe, aus denen aufgrund von Erfahrungen aus der Vergangenheit Aussagen über die weitere Kursentwicklung abgeleitet werden.

Fazit

Wie bereits gesagt, sind Kursschwankungen in erster Linie kurz- bis mittelfristiger Natur. Auf längere Sicht tendieren die Kurse zu ihrem wahren, inneren Wert. Deshalb besteht die erfolgversprechendste Aktienstrategie letztlich darin, nicht auf das ständige Auf und Ab der Börsenkurse zu setzen, sondern sich beim Aktieninvestment vor allem am tatsächlichen Aktienwert zu orientieren. Eine gute Gelegenheit sind dann Aktien, die aktuell am Markt unterbewertet sind, weil hier ein Wertaufholungspotential mit überdurchschnittlichen Chancen auf Kursgewinne besteht. Bei uns steht Ihnen mit der Aktienanalyse ein hervorragendes Instrument zur Verfügung, um gezielt solche Aktien zu identifizieren. Stimmt dann auch die Wahl des richtigen Depots, steht Ihrer erfolgreichen Aktienanlage nichts mehr im Wege. Nutzen Sie diese Chance – es lohnt sich!

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