Ordertypen & Orderarten

Die 7 wichtigsten Aktienorders im Überblick

Wer Aktien oder Wertpapiere an der Börse handelt, der kennt den Nutzen der unterschiedlichen Orderarten. Denn die verschiedenen Ordertypen gehören für Anleger und Händler an der Börse zum täglichen Geschäft dazu. Doch nicht nur die Profis bedienen sich dieser Mittel. Immer mehr Einsteiger informieren sich über den Einsatz der Orderarten. Die Ordertypen dienen dazu, dem Trader Vorteile zu sichern wie dem Schutz vor zu hohen Verlusten, der Absicherung der anvisierten Gewinne oder dem Einstieg zu einem bestimmten Kurs. Somit gehören gut platzierte Orders zu einer Anlagestrategie mit dazu.

Market Order - Orderausführung! Doch zu welchem Kurs?

Die Market Order besagt, dass die Order sofort zum billigen oder besten Preis ausgeführt wird. Ist der Markt liquide, das heißt, es wird sofort ein Käufer oder Verkäufer gefunden, wird die Order sofort platziert. Bei dieser Orderart wird vorausgesetzt, dass Sie den Handel zum aktuellen Marktpreis akzeptieren.

Aktienhändler nutzen die Market Order immer dann, wenn sie schnell am Markt agieren möchten. Denn die Market Order ist eine der Ordertypen, welche sofort ausgeführt wird. Der Aktienkurs kann nach dem Erteilen der Order noch rapide steigen oder abfallen. Bei der Market Order gehen Händler daher das Risiko ein, dass der Kurs sich in der Zeit zwischen der Order und der Ausführung noch verschlechtert. Durch die Market Order wird diese mögliche Veränderung jedoch akzeptiert.

Überblick über die unterschiedlichen Begriffe bei den einfachen Orderarten

billigst: Kauf zum derzeit niedrigsten Briefkurs (ask)                                                                                                    bestens: Verkauf zum aktuell höchsten Geldkurs (bid)

Market to Limit - Teilausführungen zum gleichen Kurs

Einige Broker bzw. Börsen bieten auch Market to Limit Order an, um zu verhindern, dass größere Market Orders sich durch das gesamte Orderbuch ziehen. Diese Market to Limit Orders werden zunächst als Market Orders behandelt. Sie werden zum nächsten möglichen Preis ausgeführt. Sollte jedoch nicht die gesamte Ordergröße zu dem nächstbesten Preis ausgeführt werden können, werden die Market to Limit Orders automatisch zu Limit Orders. Der nicht ausgeführte Rest der Market to Limit Order erhält somit den Preis als Limit zugewiesen, zu dem der erste Teil bereits gehandelt wurde. Die Market to Limit Order ist sicherer als eine Order ohne Limit. Doch nicht alle Broker sowie Börsen unterstützen diese Art des Handelns. Somit ist ein guter Broker die Basis für optimale Orderplatzierungen.

Die Market to Limit Order auf einen Blick

– erst Market Order
– dann Limit Order
– Teilausführungen werden zum gleichen Kurs ausgeführt

Limit Order - Order ausführen zum Wunschkurs

Bei volatilen Märkten könnten Orderarten wie Market to Limit oder Market Order nicht genügend Sicherheit bieten. Volatile Märkte unterliegen starken Schwankungen. Der Kursverlauf kann sich dabei schnell sowie unvorhersehbar in eine andere Richtung bewegen. Um ungünstige Kursabweichungen zu vermeiden, können Ordertypen wie die Limit Order hilfreich sein. Das gilt vor allem für die Händler, die es nicht eilig mit ihrer Order haben.

Bei der Limit Order setzen Sie den Höchstpreis für den Verkauf Ihrer Aktie oder Ihres Wertpapiers fest, beim Kauf ist es der Mindestpreis, den Sie bestimmen. Die Limit Order kommt somit zum Einsatz wenn sie sich die Fragen stellen: Wieviel bin ich bereit für eine Aktie zu zahlen(kaufen) und wieviel will ich mindestens für meine Aktien haben (verkaufen). Die Order wird erst ausgeführt, wenn die vorgegebenen Kurslimits erreicht oder durchbrochen worden sind.

Das Instrument ist wirkungsvoll, wenn Sie ein konkretes Kursziel vor Augen haben, das jedoch zu dem Zeitpunkt der Order noch nicht erreicht wurde. Da Sie nicht immer Zeit haben, um die Marktfluktuation anzusehen, legen Sie selbst ein Limit fest, zu dem Ihre Order automatisch ausgeführt wird.

Beispiel – Richtige Ordertypen auswählen

Ihre Facebook-Aktien werden derzeit pro Stück mit 177 Euro gehandelt. Einige Zeit später sehen Sie, dass die Aktie auf 183 Euro gestiegen ist. Ihrer Meinung nach geht der Trend nach oben. Ihrer Voraussicht nach, wird es oberhalb der 250 Euro Kursmarke einen Widerstand geben. Demzufolge setzen Sie Ihre Limit Order bei etwas unter 250 Euro z.B. bei 240 Euro fest. Der Handel soll beendet werden, falls der Kurs 240 Euro erreicht hat.

Zu einem späteren Zeitpunkt steigt der Marktpreis an. Als der Kurs 240 Euro erreicht hat, schließt Ihr Broker Ihren Handel bei 240 Euro ab. Sie sehen später, dass der Kurs noch weiter gestiegen ist. Jedoch wollten Sie kein Risiko eingehen, sondern den Gewinn sofort einstreichen. Sie haben pro Aktie einen Gewinn von 63 Euro gemacht.

Stop order - Verluste begrenzen sowie Gewinne absichern

Orderarten wie die Stop order werden auch als Stop Market order bezeichnet. Bei der Stop order werden Verluste auf einen vorher festgelegten Prozentsatz des gesamten Kapitalbetrages oder einen festgesetzten Kurswert begrenzt. Die Stop order löst eine unlimitierte Order zum Verkauf oder Kauf einer Aktie oder Wertpapiers aus, sobald der Preis auf einem bestimmten Niveau ist. Die Stop order wird dann zu einer Market order. Orderarten wie die Stop limit order die Stop loss order sowie die Stop loss limit order sind Unterarten der Stop order.

Stop limit order - Kombination von zwei Orderarten

Bei der Stop limit order kombinieren Sie eine Stop order sowie eine Limit order miteinander. Dazu geben Sie zuerst einen Stop loss Kurs und dann einen limit Kurs ein. Der limit Kurs muss kleiner oder gleich dem Stop loss Kurs sein. Bei Erreichen der Stop loss Kursmarke wird zunächst die Stop limit order ins Orderbuch eingetragen. Erst jetzt wird ein Käufer gesucht, der bereit ist den limit Preis von Ihnen zu bezahlen. Das Risiko bei der Stop limit order ist die Suche nach einem Käufer oder Verkäufer. Wird dieser nicht gefunden, kommt es zum Verfall der Order. Es wird in dem Fall gar nichts ausgeführt. Sie sichern sich mit Ihrer Order daher zwar gegen eine ungünstige Ausführung ab, jedoch tragen Sie gleichzeitig das Risiko, dass die Stop limit order nicht ausgeführt wird.

Stop loss order - Handeln und Absichern ohne Limit

Die Stop loss order bedeutet, dass das Wertpapier zum nächsten handelbaren Kurs verkauft wird, wenn eine bestimmte Kursmarke erreicht oder unterboten wurde. Der Kurs für die Stop loss order wird unter dem aktuellen Kurs gesetzt. Der Börsenmakler verkauft das Papier erst, wenn der angegebene niedrige Kurs erreicht wird. Damit werden Verluste begrenzt. Die Stop loss order wird auch eingesetzt, um Gewinne abzusichern, indem die Stop loss order immer wieder nach oben gezogen wird. Bei der einfachen Stop loss order wird sofort eine Verkaufsorder ohne Limit erzeugt. Der Verkauf erfolgt zu dem gewünschten Kurs, kann aber auch zu einem niedrigeren Kurs erfolgen, falls ein Käufer nicht sofort gefunden wird.

Einige Broker bieten an, diese Marke bei der Stop loss order automatisch nachzuziehen, wenn der Kurs steigt. Das hat den Vorteil, dass Gewinne automatisch auch bei einem vorzeitigen Absinken des Kurses nicht verloren gehen. Doch eine Stop loss order ist lediglich bei liquiden Wertpapieren mit Erfolg umsetzbar. Bei Papieren mit geringen Handelsvolumina birgt auch diese Orderart Verlustgefahren in sich. Die unlimitierte Verkaufsorder könnte dazu führen, dass der Verkauf zu einem erstaunlich niedrigen Kurs abgeschlossen wird.

Ordertypen am Beispiel

Stopp loss order: ‚Sell 10 SAP Aktien Stopp 97.00‘
Der Händler verkauft 10 SAP Aktien ohne Limit, sofern der Kurs der SAP Aktie auf 97 Euro oder darunter gefallen ist. Der Preis, den er erzielt steht jedoch noch nicht fest.

Stop loss limit - Aktienhandel mit Limit

Die Stopp loss limit Order besteht aus zwei Limits. Das erste Limit kennzeichnet den Kurs ab, ab dem die Verkaufsorder aktiviert wird. Das zweite Limit bezeichnet den Verkaufspreis, der bei der Stopp loss limit Order mindestens erzielt werden soll. Beim Eintreten des betreffenden Kurses wird eine limitierte Verkaufsorder erzeugt. Das hat zur Folge, dass der Verkauf zu dem eingegebenen Limit Kurs oder darüber ausgeführt wird. Orderarten wie die Stop loss limit Order birgen die Gefahr in sich, dass der Limit Kurs zu schnell durchbrochen wird. Der Händler muss, falls er den Verfall nicht rechtzeitig entdeckt, bei der Stop loss limit Order einen weiteren Kursverfall hinnehmen.

Ordertypen am Beispiel

Stop loss limit Order: ‚Sell SAP Aktien 97.00 Limit 97.00‘
Der Marktteilnehmer verkauft 10 SAP Aktien zu einem Kurs von 97 Euro, sofern der Kurs der Aktie auf 97 Euro oder darunter gefallen ist. Sollte der Kurs jedoch rasch unter die 97 Euro Marke oder tiefer sinken, werden die SAP Aktien nicht verkauft, da so schnell kein Käufer gefunden werden kann. Das ist das Risiko bei dieser Orderart.

Fazit - Ordertypen und Orderarten passend auswählen

Bei der Auswahl der richtigen Ordertypen ist der Partner wichtig. Ein guter Broker, der viele unterschiedliche Orderarten anbietet, ist die Basis für einen gewinnbringenden Handel an der Börse. Für Anleger, die es eilig haben sowie mit hohen Depotgrößen umgehen, sind Ordertypen wie die Market Order oder Market to Limit Order genau richtig. Falls Sie eine Aktienposition passend absichern möchten, dann sind Orderarten wie die Stop loss order der Stop loss limit Order vorzuziehen, auch wenn die Stop loss order ebenfalls mit Risiken behaftet ist. Daher gilt es, durch die Auswahl der richtigen Ordertypen und Orderarten die Risiken eines Wertverlustes immer im Blick zu behalten sowie günstige Einstiegsmomente nicht zu verpassen.

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