Börsenplätze & Handelsplätze

Die 5 wichtigsten im Überblick (Börse Frankfurt, Börse Stuttgart, Xetra, Quotrix, Lang und Schwarz)

Beim Thema Börsenplätze und Börsenhandel hält sich in vielen Köpfen das Bild von hektisch agierenden Brokern, die auf dem Börsenparkett mit lautstarken Zurufen auf sich aufmerksam machen wollen. Dieses Bild ist nicht ganz falsch, spiegelt aber allenfalls einen Teil der Realität wieder – einen Teil, der immer mehr an Bedeutung verliert. Die Erklärung ist einfach. Heute findet der Handel ganz überwiegend elektronisch statt – in Deutschland zum Beispiel über die Handelssysteme Xetra und Quotrix. Längst nicht jede Handels-Transaktion wird überhaupt über Börsenplätze abgewickelt, der außerbörsliche Handel hat Gewicht – auch bei der Frage, wie eine persönliche Anlagestrategie umzusetzen ist.

Börslicher & außerbörslicher Handel - was bedeutet das?

Börsen sind offizielle Handelsplätze, an denen Wertpapiere gehandelt werden können. Für den Börsenhandel gelten ganz bestimmte Regeln, deren Einhaltung von der Börsenaufsicht überwacht wird. Sie sollen dafür sorgen, dass es auf dem Handelsplatz fair und transparent zugeht. Um Wertpapiere zu kaufen oder verkaufen, ist der Börsenhandel aber nicht zwingend notwendig. Oft ist der außerbörsliche Handel einfacher, kostengünstiger und schneller – da auch außerhalb der üblichen Handelszeiten möglich. Dafür fehlt hier die „Sicherheit“ eines regulierten Marktes. Trotzdem müssen sich selbstverständlich auch außerbörsliche Handelsakteure an Regeln halten.

Elektronische Handelssysteme und klassischer Börsenhandel

Im klassischen Börsenhandel – dem sogenannten Parkett- oder Präsenzhandel – werden Angebot und Nachfrage bei Wertpapieren über Börsenmakler zusammengeführt, die „auf dem Börsenparkett“ miteinander kommunizieren. Dieser physische Handel ist inzwischen fast zur Ausnahmeerscheinung geworden. Heute findet der Handel ganz überwiegend über elektronische Handelssysteme und Handelsplätze statt. Hier übernimmt der Computer die Aufgabe des Börsenmaklers. Das System führt automatisch Kauf- und Verkaufsangebote zusammen und wickelt diese ab.

Der Börsenhandel in Deutschland - ein Überblick

Derzeit gibt es in Deutschland elf offizielle Börsenplätze. Neben der Börse Frankfurt und der Börse Stuttgart bestehen fünf weitere Regionalbörsen (Berlin, Düsseldorf, Hamburg, Hannover, München), Xetra und Tradegate Exchange als eigene (elektronische) Börsenplätze sowie die Terminbörse Eurex. Daneben gibt es weitere Akteure und elektronische Handelsplattformen im außerbörslichen Handel. Die fünf wichtigsten werden hier aufgelistet und erklärt:

  • der Börsenplatz Frankfurt
  • der Börsenplatz Stuttgart
  • das elektronische Handelssystem Xetra
  • das elektronische Handelssystem Quotrix
  • das Handels-Unternehmen Lang und Schwarz

 

Börse Frankfurt - einer der weltweit größten Handelsplätze

Die Börse Frankfurt ist eine der traditionsreichsten deutschen Börsen. Sie wird unter dem Dach der Deutsche Börse AG betrieben. Weltweit gehört die Frankfurter Börse zu den zwanzig größten – allerdings mit großem Abstand zu den „Spitzenreitern“ New York Stock Exchange und NASDAQ – der größten elektronischen US-Börse. Der Börsenhandel der Börse Frankfurt findet heute fast ausschließlich über das elektronische Handelssystem Xetra statt. Der klassische Parketthandel wurde 2011 offiziell eingestellt. Ein Überbleibsel bildet die Aktivität von sogenannten Xetra-Spezialisten, die stets für ausreichend Liquidität im elektronischen Handel sorgen sollen.

Tipp

Falls Sie amerikanische Wertpapiere handeln, denken Sie daran, erst nach 15:30 Uhr aktiv zu werden. Grund: Ab 15:30 Uhr deutscher Uhrzeit haben auch die amerikanischen Börsen geöffnet und Sie bekommen folglich einen besseren Preis an deutschen Handelsplätzen.

Börse Stuttgart - die Nummer Zwei

Die Börse Stuttgart nimmt nach der Frankfurter Börse den zweiten Platz im deutschen Börsenhandel ein. Der Handel findet hier sowohl „klassisch“ als auch elektronisch, über das eigene Handelssystem Xitaro, statt. Die Stuttgarter Börse verfolgt ein hybrides Marktmodell, bei dem elektronischer Handel und menschliche Akteure – sogenannte Quality-Liquidity-Provider zusammenwirken. Beim traditionellen Parketthandel besitzt die Börse Stuttgart einen Marktanteil von einem guten Drittel. Gehandelt werden Aktien, Anleihen, Fondsanteile, Genussscheine sowie Derivate.

Im Derivate-Handel ist die Börse Stuttgart mit dem Handelsplatz Euwax europäischer Marktführer. Daneben gibt es noch weitere Handles-Segmente. Dies wären unter anderem BondM und BondX – Anleihen, ETF Bestx – für börsengehandelte Indexfonds, Ifx – für börsenhandelsfähige aktive Fonds und Freiverkehr Plus – für Mittelstands-Aktien im Freiverkehr.

Tipp

Die Stuttgarter Börse verspricht den Privatanlegern den kleinsten Spread (Differenz zwischen Ankaufskurs und Verkaufskurs) des deutschen Landes.

Xetra - elektronischer Börsenhandel

Xetra steht für E(X)change (E)lectronic (TRA)ding. Das ist der elektronische Handelsplatz der Börse Frankfurt. Über ihn wird mittlerweile das Gros des Börsenhandels der Frankfurter Börse und überhaupt des Börsenhandels in Deutschland abgewickelt. Das seit Ende 1997 bestehende System  wird stetig weiterentwickelt. Über Xetra kann börsentäglich von 9.00 Uhr bis 17.30 Uhr gehandelt werden. An das System sind mehr als 200 Handelsteilnehmer aus Europa, den Vereinigten Arabischen Emiraten und Hongkong angeschlossen. Über 2.500 Titel, darunter 1.000 Aktien, werden hier gehandelt. Das System führt börsentäglich mehr als hundert Millionen Transaktionen durch. Der Xetra-Marktanteil am deutschen Börsenhandel übersteigt 90 Prozent. In diesem Sinne ist Xetra inzwischen fast ein Synonym für Börsenhandel in Deutschland geworden.

Quotrix - direkt mit Market Makern handeln

Quotrix ist eine seit 2001 bestehende elektronische Handelsplattform, die von der Düsseldorfer Börse betrieben wird. Ein wesentlicher Unterschied im Hinblick auf andere Handelsplätze besteht hier darin, dass Privatanleger direkt mit Market Makern in Verbindung treten können. Es handelt sich insofern um einen Marktplatz eigener Art außerhalb des regulären Börsenhandels, so entfallen einige börsenübliche Gebühren. Durch die Anbindung an die Düsseldorfer Börse und deren Regularien bietet Quotrix aber trotzdem börsenähnliche Standards.

Hinweis

Bei Quotrix findet der Handel börsentäglich zwischen 8.00 Uhr und 22.00 Uhr statt. Die Feiertagsregelungen von Quotrix orientieren sich an denen der Düsseldorfer Börse.

Lang und Schwarz - Spezialist für außerbörslichen Handel

Die Lang und Schwarz AG ist ein Düsseldorfer Börsenhandels-Unternehmen, das sich sowohl im börslichen als auch im außerbörslichen Handel betätigt. Sie ist u.a. Market Maker bei Quotrix und war Mitinitiator der Social-Trading-Plattform wikifolio, mit der nach wie vor eine enge Zusammenarbeit besteht. Lang und Schwarz ist in Deutschland ein marktführender Spezialist für außerbörslichen Direkthandel. Bei Lang und Schwarz findet der Handel in der Woche von 7.30 Uhr bis 23.00 Uhr statt, Samstags von 10.00 Uhr bis 13.00 Uhr, Sonntags von 17.00 Uhr bis 19.00 Uhr.

Hinweis

Lang und Schwarz ist der Emittent (Herausgeber) der meisten wikifolio-Zertifikate. Dabei handelt es sich um Indexzertifiikate, bei denen Anleger indexbezogen in Währungen, Rohstoffe, Aktien und andere Wertpapiere investieren können.

Fazit

Was ist besser – börslicher oder außerbörslicher Handel? Eine pauschale Antwort gibt es nicht. Es kommt auf Ihre individuellen Handelsaktivitäten und -präferenzen, auch auf Ihre Erfahrungen an. Ein guter Broker bietet seinen Kunden beide Möglichkeiten an und berücksichtigt dabei die wichtigsten Börsen- und Handelsplätze. Für die Auswahl des Platzes sind dann Sie als Anleger selbst verantwortlich. Neben dem richtigen Handelsplatz ist natürlich auch die Auswahl der richtigen Titel von entscheidender Bedeutung. Mit dem Aktienscanner steht Ihnen dafür ein effizientes und leistungsstarkes Analyse-Instrument zur Verfügung. So gelingt auch Ihre persönliche Anlagestrategie.

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