Bester Einstiegszeitpunkt für Aktien

Wann beginne ich mit Aktien an der Börse

Von Alexander Metzger
Geschäftsführer
24.04.2020
6 Min

Die ersten Schritte an der Börse sind meist die holprigsten. Viele fragen sich auch am Anfang wann denn der beste Zeitpunkt für den Einstieg sei. Eine pauschale Antwort ist hier nicht einfach zu finden. Wie so viele Fragen kann auch diese erst im Nachhinein zu 100% richtig beantwortet werden. Allerdings ist auch für diese Frage die Vergangenheit ein guter Lehrmeister. Denn aus der Geschichte lassen sich oft Rückschlüsse für die Zukunft ableiten. Eines kann ich im Vorfeld noch mitgeben. Umso länger gewartet und gezögert wird, desto schwieriger stellt sich der Einstig heraus. Da spreche ich aus eigener Erfahrung und Rückmeldungen einiger Kunden bestätigten dies bereits.

Aber wann steige ich denn am besten ein?

Es gilt dann zu investieren, wenn die Angst der Allgemeinheit am größten ist. Das war schon immer so und wird auch in Zukunft so bleiben. Die Geschichte zeigte das bereits des Öfteren. Als die Angst der Bevölkerung (welche auch immer) ihren Peak erreicht hatte, wurde in diesem kurzen Zeitfenster ebenfalls der Tiefpunkt an den Börsen erreicht oder zumindest getestet. Die Nachrichtenlage ist ebenfalls mit Negativmeldungen überschüttet. Das wurde nicht nur in Zeiten der Finanzkrise, sondern auch durch die Corona-Krise erneut bestätigt. Wenn Sie sich jedoch absolut noch nicht mit dem Thema Aktien befasst haben, scheinen genau solche Situationen wie im Jahre 2008/2009 und 2020, gegen den gesunden Menschenverstand zu sprechen. Hier zwei Beispiele, welche die Jahre 2008/2009 und 2020 betreffen und den Zusammenhang zwischen Tiefpunkt und Nachrichtenlage bestätigen.

2008/2009 Finanzkrise

Quelle: www.google.de

2008 befanden wir uns weltweit in der Finanzkrise die durch eine Immobilienkrise ausgelöst wurde. Gedauert hat diese bis zum Jahre 2009. Als Beispielindex wird der S&P 500 genommen, da er der den Gesamtmarkt des Mutterlandes Amerika am besten widerspiegelt. Am 23. März 2009 hat dieser seinen Tiefpunkt erreicht.

Quelle: www.dailymail.co.uk

Der Blick sagt eigentlich schon alles. Am Tiefpunkt des S&P 500 im Jahre 2009 ist der Zustand der Pensionskassen mit der Titanic nach dem Eisbergcrash zu vergleichen – so sinnesgemäß in diesem Artikel. Dieser Fonds sollte eigentlich die Rentner im Alter schützen. Meine Meinung: Das kann passieren, wenn Sie Ihr Kapital anderen Menschen überlassen und nicht selbst in die Hand nehmen.

 

 

 

2020 Corona-Krise

Quelle: www.google.de

Auch hier nehmen wir den Index des S&P 500 als Referenzindex. Dieser erreichte am 20. März 2020 seinen vorläufigen Tiefpunkt. Auch andere Indizes wie der DAX und der Eurostoxx hatten in diesem Zeitraum ihre Tiefpunkte erreicht. Ob das der vorläufige oder der tatsächliche Tiefpunkt ist, werden uns erst die nächsten Monate zeigen.

Quelle: www.democracynow.org

Mittlerweile hat das Covid 19 Virus (es wir 19 genannt, da es im Jahre 2019 erstmals ausgebrochen ist) China verlassen, wo der Ausbruch erstmals gemeldet wurde. Die Todesanzahl von 10.000 Menschen wurde überschritten und eine viertel Millionen haben sich bereits damit angesteckt. Und in Italien ist die Situation zu diesem Zeitpunkt außer Kontrolle geraten. So in diesem Beitrag.

Die Nachrichten haben nicht immer unmittelbaren Zusammenhang mit den verursachenden Krisen. Jedoch sind sie ein Glied in der Kette und bleiben von dessen Auswirkungen nicht verschont. An diesen zwei Beispielen erkennen wir auch, dass es für den Einstieg egal ist, ob die Krise vom System ausgeht (2008) oder von außen auf das System einwirkt (2020). Es ist völlig egal aus welcher Richtung der Crash Verursacht wird, ablaufen wird das Verhalten an den Börsen immer gleich. Gehen wir noch weiter zurück zur Dotcom-Blase, wird uns das selbe Schemata wieder über den Weg laufen. Ich möchte mit diesen Beispielen nur den besten Einstiegszeitpunkt im allgemeinen Hervorheben.

Wie erkenne ich die größte Angst?

Wenn wir sehen, dass die Menschen das Gefühl haben, dass die Welt untergehen könnte und Sie nicht wissen was morgen passieren wird. Oder anders ausgedrückt – die Ungewissheit sehr hoch ist. Dies alles lässt sich leider nicht qualitativ messen und daher muss an dieser Stelle der Menschenverstand inkl. Gefühl herhalten. Die schlechte Nachrichtenlage kann hier ein erstes Indiz für den Tiefpunkt an den Börsen sein. Aber Situationen zu erkennen heißt nicht gleich Situationen zu nutzen.

Warum also schaffen viele Menschen diese Situation nicht für sich zu nutzen? In solch einem Moment wird der Fluchtinstinkt aktiviert und gleichzeitig alles abgeschaltet was mit Rationalität und Zukunftsdenken zu tun hat. So sind wir Menschen eben gestrickt. Zu verschulden ist das unserem sogenannten Reptilienhirn im Hinterkopf, welches wir noch aus der Steinzeit mit uns führen. Dieses lässt das Kaufen in solchen Extremsituationen für ungeübte Anleger nicht zu. Im Gegenteil, es werden sogar Aktien ohne Ende verkauft. Die Evolution lässt sich eben nicht mit einem Knopfdruck abschalten. Um diesem Fluchtinstinkt entgegenzuwirken benötigen wir Anleger Erfahrung, Disziplin und eine gewisse Kämpfermentalität. Erst dann gehen wir in die offensive, welche sich in diesem Moment sehr unangenehm anfühlt, da eben eine Flucht rationaler erscheint.

Bereits Investierte

Haben Sie bereits Wertpapiere, kann ein weiterer Punkt beobachtet werden. Und zwar an sich selber. Sie stellen unterbewusst fest, dass Sie sich mehr über fallende Kurse als über steigende freuen. Ist dieser Punkt erreicht, sind Sie einem psychologischen Effekt zum Opfer gefallen und sind gekippt. Der Anleger möchte nun noch tiefere Kurse, um ebenfalls von dieser Situation zu profitieren. Das heißt, er vertritt momentan zwei konträre Standpunkte. Das ist nicht logisch. Die Alarmglocken sollten jetzt klingeln und der rationale Verstand wieder eingeschalten werden. Es ist wichtig diesen Effekt zu kennen, um für sich eine Handlungsweise ableiten zu können. Damit meine ich natürlich spätestens zu beginnen sich an zukunftsträchtigen Unternehmen zu beteiligen. Auch ich habe diese Situation an der Börse genutzt, um mein privates Depot umzustrukturieren und teilweise aufzustocken.

Was zu beachten ist

Je nach Krise, funktionieren in dieser Zeit oder danach manche Geschäftsmodelle besser oder schlechter. Am Beispiel der aktuellen Corona-Krise lässt sich erkennen, dass Aktienkurse von manchen Unternehmen kurzfristig durch die Decke geschossen sind. Unternehmen, welche im Bereich der Desinfektion wie z.B Clorox (WKN: 856678) aktiv sind, konnten sehr gute Kursentwicklungen vorweisen. Auch andere Unternehmen wie TeamViewer (WKN: A2YN90) aus dem heimischen Göppingen oder auch HelloFresh (WKN: A16140), um ein paar Deutsche Unternehmen zu erwähnen, sind im Kurs explodiert. Ob dies auch nachhaltig ist wird sich erst im Nachhinein aufklären.

Jedoch denke ich, dass die Kursentwicklung bei Clorox nicht nachhaltig anhalten wird, da es sich grundsätzlich um einen defensiven Wert handelt und nicht um ein Wachstumsunternehmen. Anders sehe ich das bei TeamViewer. Nach der Gründung im Jahre 2005 und der Börsennotierung im Jahre 2019 steht der Weg frei für eine erfolgreiche Zukunft. Mit der cloudbasierten Fernsteuerung und Wartung von Computern und der Bereitstellung von Videokonferenzen trifft das Unternehmen genau den Zahn der Zeit. Durch den Lockdown wurden viele nicht nur auf die Software aufmerksam, sondern auch auf die Aktie. Der momentane Antrieb in der Digitalisierung, das skalierbare Abo Modell und die großen Margen verleihen dem Mittelständler zusätzlichen Rückenwind. Mit diesem Gesamtpaket stellt TeamViewer daher einen nahrhaften Boden für eine langfristige Kursralley bereit.

Auch Burggräben und Cash Polster sind in Krisenzeiten wichtiger denn je. Jetzt heißt es zu überlegen, welche Geschäftsmodelle von der Krise nur gestreichelt werden, bzw. nur kurzfristige Auswirkungen auf die Unternehmensgewinne haben oder sogar langfristig von der Krise profitieren werden. Das sind aus meiner Sicht bargeldlose Zahlungsabwickler und skalierbare onlineunternehmen jeglicher Form. Natürlich gibt es auch noch andere Modelle. Wichtig ist zu überlegen und zu erkennen wer unbeschadet durch die Krise bzw. gestärkt aus dieser herauskommt.

Denn sollte jetzt ein zweiter Abschwung auf uns zukommen, wird das auch für Laien erkennbar werden, welche Unternehmen ein Kauf sind. Solide Geschäftsmodelle werden nämlich verhältnismäßig nicht so stark abgestraft werden wie beim ersten Kursrutsch. Denn bei einem möglichen zweiten Abschwung wird sich schließlich die Spreu vom Weizen, auch bei der Kursentwicklung, trennen und Investment Cases können zu diesem Zeitpunkt spätestens identifiziert werden. Ein alter Börsenspruch bestätigt dies wiedermal.

Kaufe Stärke, nicht Schwäche

Was meine ich damit? Es muss doch einen Grund haben, warum in der Krise manche Kursrutsche nicht so stark ausfallen wie andere. Oder anders ausgedrückt, sich manche Aktienkurse deutlich besser entwickeln als andere oder sogar Höchststände erreichen. Dafür können wir natürlich nicht alle Gründe kennen aber manchmal reicht hier einfach der Blick aus der Vogelperspektive, um eine erste Idee zu bekommen. Eine solide Bilanz würde die Investition schließlich weiter bestärken.

Fazit

Kurz um. Um langfristig nicht nur Gewinne an der Börse zu erzielen, sondern Überrenditen zu erreichen, benötigen Sie eine Strategie, bei der Sie gegen den Strom schwimmen. Um dies auf die Spitze zu treiben, sollten Sie es auch schaffen in Krisen einzusteigen bzw. weiter zu investieren. Nur die Aktien unserer Kaufempfehlungen Blind nachzukaufen ist nicht unbedingt der optimale Weg. Der logische Menschenverstand sollte hierbei immer eingeschaltet bleiben. Eine Lufthansa zu kaufen, weil die Bilanz hervorragend erscheint aber gleichzeitig 95% der Flugzeuge auf dem Boden stehen und das operative Geschäft eigebrochen ist, erscheint nicht einer sinnvollen Investition. Sondern eher einer Spekulation, da stündlich 1.000.000€ verbrannt werden und der Aktionär bei einer Staatsrettung das letzte Glied in der Kette ist. Möchten Sie an so einem Unternehmen beteiligt sein? Ich glaube nein. Deshalb Augen auf und Gehirn ein beim Aktienkauf. Falls Sie wissen möchten welche Aktien genau jetzt einer langfristig guten Investition entsprechen, dann testen Sie jetzt kostenlos unseren Aktienscanner.

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Alex Metzger

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